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Quarzfaserstifte

Die Geschichte des Faserstifts

Die Geschichte des Wurzelkanalfaserstifts beginnt dank Lovell im Jahre 1983. Seine Entwicklung ist jedoch Duret-Reynaud zu verdanken, die 1988 das System Composipost® erfunden und entwickelt haben. Hierbei werden Karbonfasern in eine Matrix aus Epoxydharz eingelassen. Duret und seine Mitarbeiter haben den großen Vorteil erkannt, der sich aus der Zusammenfügung von Materialien mit gleichen physikalisch-mechanischen Eigenschaften ergab. Durch die Schaffung einer Einheit Zahn-Zement-Stift-Restaurationsmaterial werden die von der Prothese ausgehenden funktionellen Belastungen analog wie beim gesunden Zahn absorbiert. Dank seines anisotropen Verhaltens, welches in der Fähigkeit liegt, die physikalischen Eigenschaften je nach den unterschiedlichen Belastungsrichtungen zu verändern, weist der Faserstift ein Elastizitätsmodul auf, welches, bei den gefährlicheren Querbelastungen eines endodontisch behandelten, rekonstruierten Zahns, dem des Dentins sehr nahe kommt.

Dies ermöglicht in Kombination mit einem Befestigungskomposit auf BisGMA–Basis und mit einem vergleichbaren Elastizitätsmodul die Schaffung einer homogenen Struktur, welche in der Lage ist, die durch Kaubewegungen entstandenen Belastungen zu absorbieren und besser zu verteilen. Im Gegensatz dazu begünstigt die Verwendung von Materialien mit einem hohen Elastizitätsmodul bei der Rekonstruktion das Risiko einer Wurzelfraktur, da sich die Belastungen aufgrund der hohen Festigkeit hauptsächlich im apikalen Bereich und entlang der Zahnwände konzentrieren. 

Ein weiteres Argument zugunsten der Verwendung von Faserstiften stellt zudem die Gefahr der Korrosion eines vorgefertigten Metallstifts und des damit einhergehenden Misserfolgs der Restauration dar.

Elastizitätsmodul verschiedener Materialien
Elastizitätsmodul verschiedener Materialien
Belastungsverteilung bei einem gesunden Zahn und bei mit Stiften
Belastungsverteilung bei einem gesunden Zahn und bei mit Stiften

 

Korrodierte Stifte (Quelle: Prof. Pier Nicola Mason)
Korrodierte Stifte (Quelle: Prof. Pier Nicola Mason)

 

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