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Postendodontische Versorgung

Wurzelstifte aus Quarzfaser, Titan, Edelstahl und passende Instrumente

Funktionen eines Wurzelkanalstiftes

Risiko von Wurzelfraktur bei Metallstiften mit Selbstretention

Die wissenschaftliche Forschung hat mittlerweile den Standpunkt, welchem zufolge ein Wurzelkanalstift den verbliebenen Teil eines endodontisch behandelten Zahnteils verstärken könne, aufgegeben. Es ist allgemein bekannt und weitgehend bewiesen, dass die Hauptfunktion eines Wurzelkanalstiftes darin besteht, die Retention zwischen Restaurationsmaterial und Rest-Zahnstruktur zu schaffen.

Die Verwendung eines Stiftes darf jedenfalls nicht zu einem erhöhten Frakturrisiko der Wurzel führen, sondern soll aufgrund seiner Fähigkeit, Belastungen einheitlich entlang des Wurzelkanals zu verteilen, die Konzentration von Belastungen in Bereichen mit erhöhter Fragilität verhindern.



Klassifizierung der Stifte

Gemäß einer Klassifizierung nach Dallari (Lit. 1) werden die Stifte aufgrund der verschiedenen Vorgehensweisen bei der Rekonstruktion unterschieden:

Metallstifte mit Selbstretention

Dieser Gruppe gehören Stifte an, die einen engen Kontakt mit der Wand des endodontisch präparierten Wurzelkanals entwickeln und selbst für ihre Retention sorgen: zu diesen gehören mit Zinkoxidphosphat befestigte Metall-Stiftkernaufbauten und Systeme mit selbstschneidendem Gewinde sowie verschiedene handelsübliche Wurzelschraubentypen (Abbildung 1).

 

 

Metallstifte mit passiver Retention

Zu den Metallstiften mit passiver Retention gehören Metallstifte und Stiftkernaufbauten, die mit von der Forschungsgruppe von Nathanson (Lit. 2) vorgeschlagenen Adhäsivtechniken befestigt werden. Diese Techniken eliminieren den direkten Kontakt zwischen Stift und Wurzelwand, indem ein Zwischenraum geschaffen wird, der vollständig mit Komposit-Befestigungsmaterial gefüllt wird.

 

 

Metallfreie Stifte mit passiver Retention

Metallstifte mit passiver Retention
Zu den Metallstiften mit passiver Retention gehören Metallstifte und Stiftkernaufbauten, die mit von der Forschungsgruppe von Nathanson (Lit. 2) vorgeschlagenen Adhäsivtechniken befestigt werden. Diese Techniken eliminieren den direkten Kontakt zwischen Stift und Wurzelwand, indem ein Zwischenraum geschaffen wird, der vollständig mit Komposit-Befestigungsmaterial gefüllt wird.

Metallfreie Stifte mit passiver Retention
Diese Gruppe umfasst nicht-metallische Wurzelkanalstiftsysteme wie Keramikstifte und faserverstärkte Stifte mit passiver Retention.

Die Effizienz der verschiedenen Wurzelkanalstiftsysteme wurde in zahlreichen Studien untersucht. In einigen wurde bewiesen, dass bei mit selbstretentiven Metallstiften restaurierten Zähnen der übermäßige Kontakt zwischen Stift und Wand Ursache von Längsfrakturen der Wurzel sein kann.

Sorensen und Martinoff (Lit. 3) haben in ihrer retrospektiven Studie 1237 endodontisch behandelte Zähne mit einer Liegedauer von 1 bis 25 Jahren untersucht. Von 420 mit gegossenen Stiftkernaufbauten restaurierten Zähnen kam es bei 36 zu Zwischenfällen aufgrund von Retentionsverlust, Wurzelfraktur oder -perforation. In einer von Isidor (Lit. 4) publizierten Studie wird aufgezeigt, dass es bei bovinen Zähnen mit Stiften aus Composipost® (RTD), die mit bis zu 1 Million Zyklen von 250 N belastet wurden, zu keinerlei Wurzelfrakturen kam. Die Titanstifte Coltène ParaPost und die Stiftkernaufbauten haben hingegen jeweils nach 600.000 und 100.000 Zyklen eine Wurzelfraktur verursacht.

Beleuchtet man die vorhandene Literatur, so wird die Anwendung von Stiften auf dem Gebiet der Stiftkernaufbauten und der vorgefertigten Stifte mit passiver Retention bevorzugt. Dies geschieht aufgrund der Tatsache, dass das Befestigungskomposit zwischen Stift und Wand in der Lage ist, von der Krone auf die Wurzel übertragene Belastungen zu absorbieren und zu eliminieren. Bis Ende der 80er Jahre hatte der Zahnarzt bei der Auswahl des zu verwendenden Stifttyps lediglich die Möglichkeit, zwischen vorgefertigten Metallstiften und gegossenen Stiftkernaufbauten zu wählen. Zu Beginn der 90er Jahre wurden die Anwendungsmöglichkeiten dank der neuen Technologien erweitert – mit Einführung der Keramikstifte einerseits und der Faserstifte andererseits.

VDW hat dieser neuen technologischen Entwicklung eine hohe Priorität gegeben und bietet eine Auswahl neuer Quarzfaserstifte wie DT ILLUSION XRO®, DT Light® und DT Light®SL an. DT Light®Post wurde mehrmals hintereinander als bestes Produkt von The Dental Advisor, CRA und REALITY anerkannt. 

Literaturhinweise

1 Dallari A, Rovatti L Il sistema Composipost perni endocanalari di terza generazione (Übers.: Das Composipost-System. Wurzelkanalstifte der dritten Generation). Martina Bologna, 1999
2 Nathanson D, Moin K Metal-reinforced anterior tooth replacement using acid-etch-composite resin technique. J Prosthet Dent, 1980, 43: 408-412
3 Sorensen JA, Martinoff JT Clinically significant factors in dowel design. J Prosthet Dent, 1984, 52: 28-34

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